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März 2020:
Die Baustelle ist eröffnet!

 

Die Hochfläche am alten Rothof wird nun bebaut.

Zwar haben die Planer nach Protesten der engagierten Bürgerschaft, vor allem auch unseres Vereines, schon einmal nachgebessert, den ursprünglichen Standort des Wasserbehälters nahe der Linde aufgegeben und jetzt 100 m von dieser weggerückt.

Trotzdem zeigt die neue Planung der städtischen Planer immer noch einen massiven Eingriff in die Landschaft am ehemaligen Rothof.

„Wer schon einmal ein Johannisfeuer am ehemaligen Rothof erlebt hat, kennt den geradezu magischen Reiz des Hochplateaus zwischen Jakobsberg und Wildensorg. Eine weite, ebene Fläche mit der Obstbaumreihe und dem dahinter liegenden Feld, die kleine Kapelle, die mächtige Linde mit dem überraschenden Blick zur nahezu auf Augenhöhe gegenüber liegenden Altenburg - eine seit Jahrhunderten weitgehend unberührt gebliebene Kulturlandschaft. Nur die Mauerreste unweit des Naturdenkmals der Linde offenbaren, dass hier vor über 50 Jahren schon einmal ein Sakrileg begangen wurde, als der barocke Gutshof und Sommersitz, den um 1732 Hofrat Böttinger errichten ließ, abgebrochen wurde. Ein hochsensibler Ort, den es zu schützen gilt.“ (Quelle: Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e. V. – Denkmalweiter 11)

Ein zweites ästhetisches Sakrileg droht nun mit dem 3,5 m hohen Erdhügel in der Ausdehnung von 47 x 30 m, der den Wasserbehälter verdecken soll. Die Integration eines derartigen Volumens unter Berücksichtigung der Bedingungen des Landschaftsschutzes auf einer freien Hochfläche ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Dieser Ort ist von Weitem her einsehbar. Ein kantig geschnittener Erdbau und das den Hügel noch überragende Eingangsbauwerk, selbst wenn es mit Gründach und Holzverkleidung versehen ist, wird nach unserer Einschätzung diese Landschaft ihres bisherigen Zaubers für immer berauben.

Das gesamte Gelände hat sich in den letzten 15 Jahren zu einem viel besuchten Anziehungspunkt für Spaziergänger, junge Familien, Studierende, Sporttreibende und Erholungssuchende entwickelt. Es ist Heimat des traditionellen Johannisfeuers der Dompfarrei und Station des Karfreitagsbittgangs. Diese Aktivitäten werden durch den Bau nachhaltig beeinträchtigt. Einer der schönsten Orte in der Kulturlandschaft um Bamberg wird nun ein zweites Mal seiner Würde beraubt.

Wir erkennen an, dass die Planer der Stadtwerke schon einmal zum Umdenken bereit waren. Sie sollten sich auch jetzt noch einmal bewegen. Hierzu hätte es eine klare Vorgabe des Stadtrates bedurft, die nicht nur die billigste Lösung erlaubt hätte. Die Bürgerversammlung in Bug am 26.9.2019 hatte dem Stadtrat hierzu den klaren Auftrag erteilt, die Vorgaben an die Planer enstprechend anzupassen.

Mehrkosten einer alternativen allseits akzeptablen Lösung in diesem für die Allgemeinheit sensiblen Bereich lassen sich über einen sehr langen Zeitraum verteilt abschreiben und zielgenau den Verursachern (hier: neuen Nutzern) anlasten. Das Prinzip, externe Kosten zu internalisieren, sollte auch in diesem Fall zur Anwendung kommen, um ungerechtfertigte Belastungen Unbeteiligter zu vermeiden.

Gute Lösungen, die einer Welterbestadt würdig sind, müssen dem Ort angemessen sein und ästhetische und technische Erfordernisse in Einklang bringen. Zusammen mit anderen engagierten Vereinen fordern wir deshalb eine Planung, die auch ökologische, historisch begründete und landschaftsschützerische Vorgaben berücksichtigt.

Das Ziel, die Beanspruchung von Umwelt durch individuelle Nutzung zu Lasten der Allgemeinheit  zu vermeiden, ist jedoch nicht erst seit heute aktuell. Eine interessante und aufschlussreiche Einführung über die "Tragik der Allmende" in der Wikipedia klärt über Zusammenhänge und Hintergründe auf.